

Die Kirche umarmen – Zukunft im Bistum Augsburg
Menschenketten, die Kirchen umringen: Dieses Bild aus zahlreichen Gemeinden im Bistum Augsburg ging an diesem Sonntag durch die Medien. Die Gemeinden hatten dazu eingeladen, die eigene Kirche zu „umarmen“. Die Kundgebungen waren ein Zeichen des Protests gegen die Strukturreformen in der Diözese, die Bischof Konrad Zdarsa Ende Januar angekündigt hatte. Das Bistum will die bisher 1.000 Pfarreien langfristig auf 200 reduzieren, Wortgottesdienste am Wochenende nicht mehr erlauben und zentrale Eucharistieorte einrichten. Viele Laien fühlen sich brüskiert, sie werfen Bischof Zdarsa vor, er wolle die Laienarbeit zurückdrängen und Großpfarreien einrichten. Andere Gemeinden wollten ihre Aktion des Umarmens der Kirche bewusst nicht als Protest, sondern vielmehr als „Zeichen der Solidarität“ mit der Ortsgemeinschaft verstehen.
(rv/pm 05.03.2012 ord)
Markus Kremser, Pressesprecher des Bischofs, erklärte zur Aktion “Kirche umarmen”: “Wir freuen uns sehr über dieses schöne Zeichen der Soldarität der Gläubigen mit ihrer Kirche und ihrem Bischof!” KSZ Nr. 10 über die Aktion “Kirche umarmen” S.16:
“Sie haben mir geholfen, nicht zu resignieren. So viel wie in den letzten Tagen habe ich noch nie über Kirche und mein Selbstverständnis als Christ gesprochen, so viele offene Ohren zu diesem Thema habe ich noch nie erlebt.” (C.W.)
“Die lange Menschenkette, die die große Fläche um die Günzburger Heilig Geist Kirche umarmte, war ein äußerst beeindruckendes Bild. Weit mehr als 200 Gemeindemitglieder gaben sich die Hände und zogen singend um ihre Kirche. Über die große Resonanz, die der Aufruf des Pfarrgemeinderates, erfuhr, sich für eine starke Kirche vor Ort einzusetzen, freuten sich alle Beteiligten. So war der Gottesdienst an diesem 2. Fastensonntag äußerst gut besucht und entsprechend groß die Zahl der Teilnehmer an dieser Aktion. Die Menge der Gläubigen war bunt gemischt: Familien, Senioren, Singles, und Studenten, die extra ein Heimatwochenende angetreten haben, um vor Ort ein Zeichen für ihre Heimatkirche zu setzen. Die verantwortlichen Organisatoren aus dem Pfarrgemeinderat von Heilig Geist waren sehr positiv berührt von diesem eindrucksvollen Bekenntnis der Gemeindemitglieder zu ihrer Pfarrei. Wir alle sind eine Gemeinschaft im Glauben und wollen dies auch in Zukunft bleiben – diese Absicht unterstrichen die Gläubigen, die beim Zug um die Kirche ein Lied sangen, dessen Text Jesus selbst vorgegeben hat: ’wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen!’“ (C.J.)
“Seit 2 ½ Jahren, die wir hier sind, waren an einem gewöhnlichen Sonntag noch nie so viele Menschen zum Sonntagsgottesdienst da. Wir konnten die ganze Kirche umarmen, - was niemand, auch nicht im Traum erwartet hatte. Es war eine große Begeisterung und Freude! Unwahrscheinlich! Auch wenn sich nach oben hin nichts tun wird, der Gewinn für die Gemeinde war jedenfalls sehr groß.” (X.T.)

“Trotz ungünstiger Voraussetzungen (Gottesdienst 8: 45 Uhr / Kirchenchor) gelang der Pfarrei ein wunderbares Umarmen. Der Pfarrer hielt eine ” Gipfel- und Bergpredigt”, die druckreif und absolut auf respektvollen Umgang ausgerichtet war. Unter dem Lied “wo zwei oder……” zog die versammelte Gemeinde aus und konnte Dank der großen Anzahl an Kirchenbesuchern aus unserer Pfarrei das recht große Kirchengebäude fast zweimal umringen. Die PGR-Vorsitzende sprach ein Gebet und der Pfarrer den Friedensgruß. Es war ein frohes und beglückendes Erlebnis ! Manchem der Teilnehmer war anzumerken, daß es für sie keine Selbstverständlichkeit war, da mitzumachen. Umso beachtlicher trotzdem heute dazusein. In einer echt guten Stimmung hat sich dann alles wieder langsam verflüchtigt. Ich glaube, wir als Gemeinde, haben uns heute selbst beschenkt. Wir haben uns real vor Augen geführt, wem alles “Kirche ” im Dorf wichtig ist und daß wir doch noch ein respektabler Haufen sind.” (H.K.)
“Endlich wieder Lichtblicke durch eure Initiative “Kirche umarmen”. Endlich konnten viele Gläubige Initiative zeigen. Endlich konnten sich Gefühle einen Weg bahnen. Heute standen einer Reihe von Menschen die Tränen vor Rührung in den Augen. Viele Kinder, junge Familien und ältere Menschen hielten sich in den Händen. Dicht gedrängt standen sie um ihre Kirche vor Ort in unseren Pfarrgemeinden.” (T.L.)
“Kirche voll, sehr gute Predigt vom Pfarrer. Üppig umarmt wurde unsere Kirche. Eigentlich ist sie gelb aber sie ist fast etwas rot geworden, weil gerührt. Und da habe ich wieder gemerkt, dass sie doch kein toter Stein ist. Also wir haben unsere umarmt und nicht umzingelt.” (F.Th.)
“Der Vertreter des PGR fand klare Worte: Unsere Kirche zu umarmen ist ein Zeichen, dass wir das Laienapostolat ernst nehmen. Es ist ein Zeichen, dass wir bereit sind, mitzuwirken, unsere Priester zu entlasten und miteinander Wege in die Zukunft suchen wollen. Es ist ein Zeichen, dass wir bereit sind, um in einen Dialog zu kommen, der von gegenseitigem Respekt getragen ist. … Wenn wir unsere Kirche umarmen, machen wir sichtbar: Diese Kirche, dieser Ort ist die Mitte unseres Lebens – unabhängig davon, ob hier gerade ein Gottesdienst gefeiert wird oder nicht.” (S.H.)
“Wir haben es auch geschafft, unsere große Kirche ganz zu umarmen. Es kamen sogar einige von anderen Pfarreien, bei denen es nicht möglich war. Es war ein sehr positives Zeichen, das von vielen sehr geschätzt wird.” (HF)
“Die Resonanz war überwältigend. Obwohl heute bei uns der Gottesdienst schon 8.30 Uhr begonnen hat war die Kirche voll!! Es waren fast 300 Gläubige da, was für unsere Pfarrei wirklich viel ist. Wir konnten ganz locker zwei Menschenketten um die Kirche bilden und eine dritte anfangen. Sogar unser jüngster Katholik, der erst letzten Sonntag getauft worden ist, war da.” (S.D.)
“Die Kirche war voll wie selten und es ist uns gelungen nicht nur unsere Kirche, sondern auch das Pfarrheim und das Pfarrbüro mit zu umarmen. Das ist von besonderer Symbolik für uns, weil der Bestand des Pfarrbüros ab September wirklich sehr gefährdet ist. Für uns in St. U. ein schöner, ein frohmachender Tag.” (S.S.)
“Mit sehr großer Freude, kann ich Ihnen heute berichten, dass die Aktion „Kirche umarmen“ in unserer Pfarreiengemeinschaft sehr gut angekommen ist. Nach einem sehr schön gestalteten Gottesdienst, schafften wir es einen kompletten Kreis um unsere Kirche zu ziehen. Wir haben es bewusst als Zeichen gesetzt, dass wir als Pfarreiengemeinschaft einen gemeinsamen Kreis um eine Kirche ziehen, um zu zeigen, dass eine Pfarreiengemeinschaft auch ohne Fusion funktioniert. (Wir haben dieses Jahr unser zehnjähriges Bestehen der PG). Den Zuspruch, den wir von allen Beteiligten Kirchgängern erhalten haben, war überwältigend. Es zeigt, dass sich die Gläubigen durchaus mit ihrer Kirche identifizieren.” (C.W.)
“Der Geist der Verklärung war nicht nur im Gottesdienst zu spüren sondern auch bei unserer anschließenden Umarmung mit Blasmusik, Bürgermeister . . . ” .(A.S.)
“110 Gemeindemitglieder haben heute in der Früh unsere Kirche (900 Einwohner) nach der Wortgottesfeier umarmt. Für uns als PGR ist das ein wunderschöner Erfolg. So gesehen war es ein ermutigendes Zeichen zu sehen, wie die Gemeinde hinter uns steht.” (T.S.)
Pressestimmen zur Aktion "Kirche Umarmen"
Beteiligte Gemeinden:
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